• stefaniekaule

Katholische Kitas - Was Dich dort erwartet. Ein Blick hinter die Kulissen.







Für wen ist eine katholische Kita interessant?

Herr Lingnau: Erst einmal vorweg, in den katholischen Kitas sind Kinder aller Konfessionen willkommen. Das ist unser christliches Verständnis. Wir sind offen für Alle.


Woran merkt man im Alltag, dass es sich um eine katholische Kita handelt?

Herr Lingnau: Am offensichtlichsten ist es, dass die Feste des Kirchenjahres wie St. Martin, Weihnachten, Ostern usw. gefeiert werden. In unseren Einrichtungen wird eben kein Laternenfest gefeiert, sondern St. Martin. Denn hinter den Festen steckt ja eine wichtige Botschaft, von denen schon die Kleinen erfahren sollen.


Gibt es darüber hinaus noch anderes „katholisches Programm“

Herr Lingnau: Es gibt kein Einheitsprogramm. Aber häufig werden mit Kindern biblische Geschichten besprochen, werden Gottesdienste gefeiert, entweder in der Kirche oder in der Kita, oder es gibt in der Adventszeit eine Morgenrunde mit religiösem Impuls. Manchmal werden auch die Eltern eingeladen, daran teil zu nehmen.


Was bedeutet dies denn für die Mitarbeiter*innen? Müssen alle katholisch sein? Und müssen alle den Glauben vermitteln können?

Herr Lingnau: Natürlich muss es genügend Mitarbeiter*innen geben, denen der katholische Glaube vertraut und wichtig ist. Aber auch nicht katholische Bewerber*innen haben eine Chance. Es wird im Einzelfall entschieden, was möglich ist.

Am St. Ursula BK werden die angehenden Erzieher*innen genau auf diese Herausforderung vorbereitet. Dort lernen sie, wie religionspädagogische Angebote gemacht werden können.

Die Kitas werden auch durch die Gemeinde unterstützt. Entweder führt der/die Pastoralreferent*in ein Angebot in der Kita durch oder sie/er unterstützt das Team bei der Vorbereitung und Durchführung. Dieser Weg ist eigentlich der bessere. Denn der Glaube soll Teil des Alltags sein und nicht von „außen eingeflogen“ kommen. Wichtig ist uns auf jeden Fall, dass sich die Fachkräfte nicht allein gelassen fühlen.


Gibt es auch Schulungen zu diesem Thema?

Herr Lingnau: Oh ja. Es gibt sehr viele und verschiedene Angebote. Fortbildungen, zu denen sich die Fachkräfte anmelden können, oder religionspädagogische Arbeitskreise, an denen immer zwei Fachkräfte aus einem Team gemeinsam teilnehmen können. Oder es gibt ein zugeschnittenes Angebot für das komplette Team vor Ort. Manchmal werden gezielt junge und neue Mitarbeitende eingeladen.

Uns ist es aber auch wichtig, dass es über die religionspädagogischen Themen hinaus auch Raum gibt für weitere Themen wie der Erfahrung von Leid, Flucht, Krieg usw. - aus der Perspektive des Glaubens.

Und es sollte immer seelsorgerische Ansprechpartner*innen geben.


Seelsorgerische Ansprechpartner*innen. Das ist ein guter Stichpunkt. Ich habe in einer Kita von einer Notfallmappe gehört. Was hat es damit auf sich?

Herr Lingnau: Wir haben eine Notfallmappe mit dem Titel „wenn ein Todesfall die Kita betrifft“ entwickelt und allen Kitas zur Verfügung gestellt. Sie soll unterstützen, wenn zum Beispiel ein Elternteil oder auch ein*e Mitarbeiter*in verstorben ist. Dann können die Kitaleitungen darin direkt eine Übersicht und viele praktische Tipps finden. Die Erzieher*innen bekommen so Sicherheit.

Der Tod wird bei uns nicht tabuisiert, sondern gehört zum Leben. Erzieher*innen, Kinder und Eltern werden aufgefangen.


In der heutigen Zeit zweifeln immer mehr Christen an „ihrer Kirche“. Ist das ein Problem?

Herr Lingnau: Wichtig ist, dass der gelebte christliche Glaube selbstverständlich ist. Zweifel oder kritische Ansichten haben aber auch ihren Platz. Die Auseinandersetzung damit ist uns wichtig.


Die letzten beiden Punkte sind ja schon eher „schwere“ Themen. So können wir das Interview nicht enden lassen.

Herr Lingnau: (lacht) Nein, das brauchen wir auch nicht. Denn unsere Kitas sind Plätze voller Lebensfreude, mit lachenden Kinderaugen und hoffentlich einer sehr menschenfreundlichen Atmosphäre. Wer denkt, Religion ist altbacken und „schwer“, den lade ich herzlich ein, sich persönlich vom Gegenteil zu überzeugen. Denn die Botschaft an uns Christen ist die „frohe Botschaft“.


Sinnstifterin Stefanie Kaule führte mit Pastoralreferent Georg Lingnau, Referent für Gemeindepastoral im katholischen Stadtdekanat Düsseldorf, das Interview.

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