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Ein Besuch im bilingualen Kindergarden Arche Noah


Englisch – Deutsch, von klein auf

Ein Besuch im bilingualen Kindergarden Arche Noah


Kindergarden- ein Schreibfehler? Nein, denn die Kita im Düsseldorfer Norden ist zweisprachig, und dies soll auch schon im Namen erkennbar sein. Unter der Trägerschaft des SKFM Düsseldorf e.V. erleben 55 Kinder die Zweisprachigkeit. Sinnstifterin Stefanie Kaule hat sich mit der Leitung Frau Braun unterhalten.


Sinnstifterin:

Wie wird die Zweisprachigkeit hier im Alltag gelebt?


Frau Braun:

In den Gruppen wird Deutsch und Englisch gesprochen. Es gibt Mitarbeiter*innen, die mit den Kindern kontinuierlich Deutsch sprechen und andere, die ausschließlich Englisch mit ihnen sprechen. Die Sprache wird also den Personen zugeordnet. Die Kinder sollen Spaß an einer neuen Sprache haben und können hier etwas lernen, was sie wo anders nicht lernen könnten.


Sinnstifterin:

Müssen denn alle Mitarbeiter*innen englisch sprechen können oder sogar native speaker sein?


Frau Braun:

Wir würden uns wünschen pädagogisch ausgebildete native speaker zu finden. Dies ist im Zuge des allgemeinen Fachkräftemangels jedoch fast unmöglich. Der Kompromiss ist, Erzieher*innen mit sehr guten Englischkenntnissen einzustellen.

Häufig können sie dies, weil sie ein paar Jahre im Ausland waren. Das reicht dann schon.

Hilfreich ist, wenn die Mitarbeiter*innen, die den deutschen Part übernehmen, auf Schulniveau englisch verstehen und sprechen können. Es gibt Situationen, da verstehen die Kinder das Englische nicht, auch nicht mit Hilfe von Gesten und Mimik. Dann können die deutschsprachigen Mitarbeiter*innen auch mal übersetzen. Außerdem ist die Kommunikation mit manchen Eltern nur auf Englisch möglich.

Manche frischen hier so ganz nebenbei ihre Sprachkenntnisse auf.


Sinnstifterin:

Haben alle Kinder einen internationalen Hintergrund?


Frau Braun:

Nein, es gibt auch einige, die zu Hause nur Deutsch sprechen. Den Eltern ist es wichtig ist, dass ihr Kind schon vor der Schule ein Gespür für die englische Sprache bekommt. Im Vorschulalter sind Kinder dafür sehr offen und es fällt ihnen sehr leicht eine Sprache zu lernen. Andere Kinder reden zu Hause zwei andere Sprachen und lernen bei uns Deutsch und Englisch. Die wachsen also viersprachig auf. Aber auch das schaffen sie gut.


Sinnstifterin:

Ist die Bilingualität der einzige Schwerpunkt der Kita?


Frau Braun:

Nein, die Kita hat drei Schwerpunkte:

- Bilingualität

- Montessoripädagogik

- Gesunde und ausgewogene Ernährung


Bei uns wird frisch gekocht. Ein gesundes Essensangebot ist uns wichtig. Außerdem sollen die Kinder etwas über das Essen, die Essenszubereitung und die Herkunft lernen.

Daher werden auch immer wieder Aktionen und Projekte mit den Kindern durchgeführt, z.B. Kochen, Backen, Einkaufen, Beobachten wie etwas wächst.

Draußen haben wir ein Beet, auf dem wir selbst Gemüse anbauen.


Sinnstifterin:

Womit kann die Kita bei Auszubildenden und Mitarbeiter*innen punkten?


Frau Braun:

Mit dem Profil der Einrichtung. Durch die Breite der Angebote können sich Mitarbeiter*innen spezialisieren und in diesem Bereich Fortbildungen machen.

Aber viele betonen auch die gute Atmosphäre im Haus. Die meisten fühlen sich schnell wie in einem zweiten zu Hause. Das Team ist eine Gemeinschaft und keine Konkurrenz. Es wird immer gruppenübergreifend gedacht. Ich bin mit allen Mitarbeiter*innen in engem Kontakt. Eine gute Kommunikation ist mir wichtig.


Vielen Dank für das Interview


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