• Andrea Spiller

Theaterpädagogin ist jetzt Erzieherin

Aktualisiert: 29. Okt. 2021

Wir haben im letzten Artikel versprochen, Eindrücke aus der Qualifizierung für Quereinsteiger*innen zu teilen. Daniela Meller-Gerstner hat die Fortbildung absolviert und arbeitet in der Kita in der Stresemannstrasse.

Erzieherin, Mach was mit Sinn und Zukunft. werde-erzieher-in.de
Frau Meller-Gerstner

Sie sind als Quereinsteigerin in den Erzieherberuf gestartet. Wie kam es dazu?


Fr. Meller-Gerstner: Ich bin ausgebildete Schauspielerin und Musik- und Bewegungspädagogin. Zuerst habe ich eine Schauspielausbildung gemacht. Ich habe lange Zeit als Schauspielerin in Düsseldorf und Umgebung gearbeitet. 2010 habe ich eine Weiterbildung zur Musik- und Bewegungspädagogin gemacht. Ich liebe die Arbeit in Kitas und Grundschulen. Ich habe auch Fortbildungen für Erzieherinnen gegeben in den Bereichen Sprachförderung, Lesevorbereitung und Theater. Ich habe zu der Zeit schon hier in der Kita an der Stresemannstraße Theaterangebote für die Kinder gemacht. Über diesen Kontakt habe ich erfahren, dass auch Fachkräfte aus dem Kulturbereich in Kitas arbeiten können. Daran hatte ich großes Interesse. Nachdem ich hier eingestellt wurde, habe ich parallel die Fortbildung für Fachkräfte in der Kindertagesstätte gemacht. Diese Fortbildung schließe ich diesen Monat ab.


Wie muss ich mir diese Fortbildung vorstellen?


Fr. Meller-Gerstner: Die Fortbildung habe ich im Januar begonnen und ich schließe sie jetzt im Oktober ab. Die Fortbildung hat also 10 Monate gedauert. Die reinen Unterrichtstage sind allerdings nur 20.

Überwiegend nehmen daran Menschen verschiedener sozialer Berufe teil. Das Ziel ist, als Fachkraft in einer Kindertagesstätte tätig sein zu können. Weil wir alle in meiner Fortbildungsgruppe schon eine pädagogische Ausbildung haben, bringen wir viel Wissen mit. Vieles ist aber trotzdem neu – zum Beispiel rechtliche Informationen und Wissen zur Zielgruppe kleiner Kinder. Es ist schon eine Bereicherung, so viel zu unserer Zielgruppe zu lernen! Wir sind auch in Kleingruppen vernetzt und treffen uns selbst online. Wir bereiten so die Informationen aus dem Unterricht auf. Aber wir tauschen uns auch zum Fachwissen auf unserem jeweiligen Gebiet aus. Ich habe in meiner Kleingruppe beispielsweise eine Logopädin. Von ihr lerne ich sehr viel für Sprachförderung. Von mir lernt sie Einiges über Theaterpädagogik. Ich glaube, wir werden den Kontakt auch nach der Fortbildung weiter halten, da wir uns auch zu den täglichen Herausforderungen in einer Kita austauschen. Ich finde den Austausch sehr schön – auch mit den Dozent*innen im Unterricht. Wir sind der erste Jahrgang, der diese Fortbildung dort absolviert. Unsere Rückmeldungen dienen auch der Entwicklung des Fortbildungsangebotes. Die ganze Fortbildung lief online. Ich habe alle, mit denen ich die Fortbildung gemacht habe, noch nie live gesehen. Wir haben uns immer nur online getroffen. Das funktionierte aber erstaunlich gut. Die Plattform war sehr gut organisiert.


Wie viel Zeit muss ich denn für die Fortbildung investieren?


Fr. Meller-Gerstner: Es geht. Ich hatte nach jedem Fortbildungstag viel Material durchzuarbeiten. Es ist aber immer die Frage, wieviel ich schon mitbringe. Wenn ich „nur“ Schauspielerin ohne Zusatzqualifikation gewesen wäre, dann wäre es sehr, sehr viel gewesen. So konnte ich gut auswählen, was ich vertiefen oder neu lernen möchte. Im Vergleich zu meiner vierjährigen Fortbildung zur Musik- und Bewegungspädagogin war das kein großer Aufwand. Von meiner ersten Weiterbildung konnte ich jetzt deutlich profitieren. Wenn man sich das gut einteilt, kann man das aber auch sonst gut schaffen.


Was nehmen Sie aus der Fortbildung mit?


Fr. Meller-Gerstner: Mit ist bewusster geworden, wie die Arbeit mit den Kindern zu den einzelnen Bildungsbereichen passt. Ich kenne nun Methoden zur mathematischen Bildung und zur Psychomotorik. Ich habe eine andere Sicht auf meine praktische Tätigkeit. Vieles habe ich schon intuitiv so gemacht. Jetzt habe ich aber das Fachwissen dazu. In der Schulvorbereitung bin ich beispielsweise viel reflektierter. Ich habe auch einen Eindruck von den Abläufen in anderen Kitas. Ich denke, dass Quereinsteigerinnen eine Bereicherung für das Team sind. Sie bringen aus ihrem vorherigen Berufsleben auch etwas mit, von dem die Kitas ganz stark profitieren. Es ist auch für Menschen, die einen anderen Berufsweg einschlagen wollen eine gute Möglichkeit.


Wie ist es, nun als Erzieherin zu arbeiten?

Fr. Meller-Gerstner: Ich fühle mich in jedem Fall gut vorbereitet und kann gut in den Arbeitsalltag hier einsteigen. Die Fortbildung ist natürlich noch etwas anderes als eine Erzieherausbildung. Wir kommen als Fachkräfte aus der Fortbildung. Wir führen schon dieselben Aufgaben wie eine Erzieherin aus. Aber wir haben nicht die gleiche Qualifikation. Wir können beispielsweise nicht Kita-Leitung werden. Uns wurde aber erklärt, dass wir den gleichen Status haben, wie eine Fachkraft. Ich habe hier natürlich auch gute Kolleg*innen, die mich hier stützen. Wir kennen uns schon lange. Ich kenne diese Kita ja schon gut. Frau Blaszczyk ist eine gute Leitung, so dass ich auch immer nachfragen kann. Ich habe hier eigentlich immer einen Rückhalt.


Vielen Dank für die persönliche Schilderung zur dieser besonderen Fortbildung!

Wenn Du Dich auch für den Erzieherberuf interessierst, melde Dich bei uns! Wir vermitteln auch Praktika und beraten Dich zu Deinem Berufseinstieg!


Deine Sinnstifterinnen:

Andrea Spiller, andrea.spiller@werde-erzieher-in.de, 0151/180 49069

Stefanie Kaule, stefanie.kaule@werde-erzieher-in.de, 0160/924 24787

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