• Andrea Spiller

„Einer der besten Kindergärten der Stadt“

- so meint es ein User auf Google. Viel Platz, freie Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und eine eigene Köchin haben die Kinder im Montessori Kinderhaus in Düsseldorf Kaiserswerth auf jeden Fall! Wir nehmen Dich mit auf unserem Besuch in eine Kindertagesstätte mit einer jungen Leitung und eigenem Social Media Auftritt.

Steckbrief

Name: Montessori Kinderhaus

Leitung: Jasmin Depner

Größe: Vier Gruppen, insgesamt 79 Kindern in 2 T1-Gruppen von 2 - 6 Jahren, eine T3-Gruppe mit Kindern von 3 - 6 Jahren und eine Familiengruppe mit Kindern von 1 – 6 Jahren (Ab Sommer werden es 3 T1-Gruppen und eine Familiengruppe)



Ihr Montessori Kinderhaus wirkt so groß!

Frau Depner: Das ist auch so. Unsere Kita gibt es schon ganz lange- über 80 Jahre. Wir haben angebaut und das Haus ist gewachsen. Wir sind nun eine viergruppige Einrichtung. Unseren Platz nutzen wir mit unserem teiloffenen Konzept. Das merkt man auch daran, dass man auf den Fluren Kinder sieht und hört. Die Kinder können sich aus ihren fest zugeordneten Stammgruppen heraus frei bewegen. Beliebt ist unser Gruppenraum mit dem Rollenspielbereich. Toll ist aber auch unser Medienraum, wo unsere Erzieher*innen ein Bilderbuchkino machen können. Dort arbeiten wir auch mit den Kindern am IPad und erzeugen Inhalte. Unser Bewegungsraum ist auch gerade geöffnet.


Wie gestalten Sie denn hier den Tagesablauf mit den Kindern?


Frau Depner: Morgens sollen alle Kinder erstmal in Ruhe ankommen. Von 9:30 bis 11 Uhr können die Kinder sich dann nach Absprache mit den Erzieher*innen frei in der KiTa bewegen. Das geht jetzt wieder. Lange konnten wir das wegen Corona leider nicht so umsetzen. Seit November waren die Gruppen wieder geschlossen, um eine mögliche Ansteckung zu blockieren. Auch das Außengelände war abgeteilt. Aber es ist natürlich toll für die Kinder, sich jetzt im ganzen Haus bewegen zu dürfen und auch ihre Freund*innen aus den anderen Gruppen wieder zu treffen. Das ist für alle schon eine große Erleichterung. Ab 11 Uhr kommt eine Phase, in der alle Kinder aufräumen und in ihre Stammgruppe zurückkehren. Wir machen dann in jeder Gruppe einen Stuhlkreis oder ein gemeinsames Treffen. Anschließend versuchen wir, jeden Tag rauszugehen. Das ist auch wetterabhängig. Von 12 bis 12:45 Uhr gibt es Mittagessen. Wir haben eine Köchin, die jeden Tag frisch für die Kinder kocht. Montags gibt es immer Suppe und freitags immer Fisch. Die Kinder haben Essenswagen. Damit holen sie mittags das Essen selbst aus der Küche. Von 12:45 bis 14 Uhr haben wir eine Ruhephase. Die jüngeren Kinder schlafen. Für die älteren Kinder ist das eine Ruhephase. Beispielswese können die älteren Kinder mit der Toniebox Hörspiele und Musik hören. Oder wir lesen Bücher und legen Puzzles. Das Alles bringt Ruhe in die Gruppe. Ab 14 Uhr können die Eltern ihre Kinder in der offenen Abholzeit am Nachmittag abholen. Vor 14 Uhr sollen die Kinder in der Ruhephase auch nicht gestört werden. Bei gutem Wetter sind wir am Nachmittag draußen, sonst in den Gruppen. Ab 15:30 Uhr treffen wir uns in einer Gruppe mit allen Kindern, die dann noch da sind. Kein Kind soll alleine spielen müssen.


Wie sind denn die Arbeitszeiten für Auszubildende oder Praktikant*innen?

Frau Depner: Wir stehen früh auf und haben um 7:30 Uhr geöffnet und arbeiten bis 16:30 Uhr. Ein Arbeitstag dauert 8 Stunden. Wer unter 18 Jahren alt ist, hat eine Stunde Pause am Tag. Über 18-Jährige haben eine halbe Stunde Pause. Unsere aktuelle Auszubildende hat heute Nachmittag noch Schule. Manche möchten früher anfangen und brauchen eine längere Pause dazwischen. Unsere Auszubildende fängt etwas später an und hat einen gleitenden Übergang zum Schulnachmittag. Das war ihr Wunsch. Nach Möglichkeit gehen wir darauf ein. Sonst sind die Arbeitstage der PIA-Auszubildenden nicht geteilt. Praktikant*innen haben meist eine 39-Stunden-Woche. Sie sind dann von 8 Uhr bis 16 Uhr bzw. 16:30 Uhr hier im Haus.


Wie betreuen Sie neue Praktikant*innen und Auszubildenden?

Frau Depner: Es gibt ein Ausbildungskonzept von unserem Träger. Wir sind im Pfarrverband mit 4 Einrichtungen. Für die praxisintegrierte Ausbildung (PIA) hat unsere Träger daher ein Konzept für alle 4 Kitas zur Verfügung gestellt. Auch unsere Praktikant*innen werden gut betreut. Wenn sie zu uns kommen, haben wir beispielsweise für sie eine Checkliste. Daran können Praktikant*innen sich orientieren. Sie erfahren beispielsweise etwas über unsere Verhaltensregeln oder was für ein Praktikum mitzubringen ist. Jeder bekommt eine zentrale Ansprechperson. Das können alle Erzieher*innen sein, die schon etwas Berufserfahrung haben. Das ist aber häufig auch von der Schule vorgegeben.


Auszubildende können bei den einzelnen Berufsschulen die Zugangsvoraussetzungen gut nachlesen. Eine praxisintegrierte Ausbildung bringt allerdings noch andere Herausforderungen mit sich. Was brauchen denn aus Ihrer Sicht Auszubildende, um eine praxisintegrierte Ausbildung erfolgreich meistern zu können?

Frau Depner: Ich glaube, dass die Auszubildenden in sich gefestigt sein müssen, um die Doppelbelastung von Schule und Praxiseinsatz tragen zu können. Ich denke, dazu brauchen die jüngeren Auszubildenden manchmal noch etwas Zeit. Manche schaffen den Arbeitsalltag noch nicht. Auch am Freitagnachmittag haben wir nicht frei. Wir brauchen den ganzen Tag die Aufmerksamkeit unserer Auszubildenden, denn wir sind alle für den Alltag der Kinder verantwortlich. Selbst wenn ich sitze und Kinder beobachte, bin ich aktiv. Auszubildende brauchen auch Kraft oder Energie, nach einem Arbeits- oder Schultag zu Hause noch Aufgaben zu erledigen.


Gibt es denn weitere Unterstützung für Auszubildende, um den Herausforderungen zu begegnen?

Frau Depner: Unsere Ausbildenden haben noch eine zusätzliche Unterstützung. Unser Träger hat dazu ein Programm entwickelt. Es gibt eine Mentorin. Frau Hoffmann kommt einmal im Monat in unsere Einrichtung, um mit den Auszubildenden und auch unserer FSJlerin zu sprechen. Es geht darum, den Auszubildenden und FSJler*innen Unterstützung zu geben – wobei auch immer Unterstützung gebraucht wird. Das können private Themen sein oder auch die Ausbildung selbst. Dort können die Auszubildenden und Freiwilligen auch alles besprechen, was sie vielleicht nicht mit uns Erzieher*innen besprechen möchten. Das ist für uns und unsere jungen Auszubildenden und Freiwilligen eine externe Unterstützung. Frau Hoffman lebt hier in der Gemeinde, hat einen Coaching-Background und arbeitet gerne mit jungen Leuten. Sie macht das ehrenamtlich.


Wow, das ist ein tolles Angebot für die Auszubildenden und Freiwilligen. Wir haben uns das Montessori Kinderhaus auch vorher bei Google angeschaut. Da schreibt ein User: „Für mich eine der besten Kitas in Düsseldorf.“.


Frau Depner: Das finde ich interessant. Habe ich noch gar nicht gesehen. Wir bekommen das aber auch direkt von den Eltern gespiegelt. Im Vergleich zu anderen Kitas sei es hier besonders schön. Für uns als Team ist es selbstverständlich, wie wir hier arbeiten. Wir hören auch oft, dass eine besondere Ruhe im Haus herrscht. Die Montessori-Pädagogik ist eine unserer großen Schwerpunkte. Dabei wird jedes Kind ganz individuell gesehen mit seinen Stärken und Fähigkeiten. Wir nehmen auch die Schwächen wahr und zeigen den Kindern, dass sie so angenommen werden, wie sie sind. Wir bieten den Kindern mit einer vorbereiteten Umgebung die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen und sich frei zu entfalten. Wir lassen das Kind „Kind“ sein. Ich denke, dass gerade das bei den Eltern gut ankommt.


Haben hier alle eine Montessori-Ausbildung?


Frau Depner: Nicht alle haben das Diplom zur Montessori-Pädagogik. Wer es noch nicht hat, ist aber auch noch nicht lange bei uns oder noch in der Ausbildung. Gerade die Auszubildenden haben auch ein großes Interesse daran. Der Kurs dauert auch 2 Jahre. Ich habe es damals 14-tägig an Samstagen absolviert. Es geht also nebenberuflich. Der Träger finanziert das mit. Dafür möchten wir die Garantie, dass die Geschulten auch weiterhin für eine gewisse Zeit beim Träger arbeiten. Uns und dem Träger ist daran gelegen, die Mitarbeitenden gut auszubilden und in ihrer Tätigkeit zu unterstützen. Wer bei uns einsteigt, bekommt unseren Ansatz auch direkt mit. Es gibt 3 Stufen, wenn man Kindern ein neues Spiel oder eine Methode näherbringt. Zuerst führen Erzieher*innen es selbst vor. Dann wird das Spiel oder die Methode zusammen mit dem Kind durchlaufen. Am Ende kann das Kind es selbstständig wiederholen. Dabei erleben auch Praktikant*innen oder Auszubildende unsere Arbeit mit dem Material der Montessori-Pädagogik täglich. Wichtig dabei ist die eigene Haltung gegenüber dem Kind. Einander zu helfen und aufeinander zu achten sind Kompetenzen, die nicht nur im Einzugsgebiet unserer Kindertagesstätte ganz wichtig sind.


Vielen Dank für das Gespräch, Frau Depner!

Frau Depner: Bitte!

 

Das Interview führten Andrea Spiller und Stefanie Kaule mit Jasmin Depner. Wenn Der Artikel dir gefallen hat, like ihn und folge uns auch auf Facebook und Instagram!


Wir haben schon viele spannende Orte und tolle Menschen kennengelernt und finden bestimmt auch für Dich den richtigen Ort für Dein Praktikum, Deine Ausbildung oder für immer!


Deine Sinnstifterinnen:

Andrea Spiller, andrea.spiller@werde-erzieher-in.de, 0151/180 49069

Stefanie Kaule, stefanie.kaule@werde-erzieher-in.de, 0160/924 24787

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